Gastbeitrag: Franzbrötchen von Bento Helke

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Auf meinen heutigen Gast freue ich mich ganz besonders. Denn die liebe Melanie mit ihrem Blog Bento Helke bringt heute Köstlichkeiten aus ihrer Heimat Hamburg mit.
Aber nicht nur deshalb freue ich mich so besonders, sondern weil sie auch eine total liebenswerte Person ist, die, wie ich finde, wirklich klasse Texte schreiben kann.

Ich freue mich wirklich, sie vielleicht bald mal wieder zu treffen und öffne jederzeit gerne, wie dieses Jahr beim Foodbloggercamp in Reutlingen, meine Gästezimmertüren für sie 🙂
Vielen Dank Melanie, dass du mir in der stressigen Phase aushilfst 🙂

Hallo zusammen!

Ich bin Melanie und darf hier heute einen Gastbeitrag schreiben. Dazu habe ich ein schönes, norddeutsches Rezept aus meiner Heimatstadt Hamburg mitgebracht. Ich hoffe, dass es sich vor den ganzen anderen Leckereien hier auf dem Blog nicht zu sehr schämen muss.

Wer schon einmal in Hamburg war, der ist dort sicher auch über das typische Plundergebäck gestolpert – das Franzbrötchen! Platt und klebrig, mit Zimt und Zucker, ist es in der ganzen Stadt so alltäglich, dass die meisten gar nicht wissen, dass es sich um eine sehr regionale Spezialität handelt. Vermutet wird, dass es in der französischen Besatzungszeit Anfang des 19. Jahrhunderts auf die eine oder andere Weise als „Franzosenbrötchen“ entwickelt oder eingeschleppt wurde. Ganz genau weiß das aber keiner.

Es gibt sie in Hamburg wirklich überall: Bei der Haltestellen-Bäckerei, neben dem Baklava im türkisch geführtem Kiosk, zwischen der Backware des Discounters oder in der Uni-Mensa. Man isst Franzbrötchen auf dem Weg zur Arbeit, als Pausenbrot, Reiseproviant oder bei Kaffee und Kuchen mit der Oma. Es ist keine Frage des Alters, der Gesellschaftsschicht oder Ernährung. Die Nobel-Bäckerei führt ihre Deluxe-Variante, der Biomarkt eine mit Dinkel-Vollkorn und die Eisdiele lässt den ganzen Teig weg und nennt ihre neue Zimt-Mandel-Sorte „Franzbrötchen“.

Neben der „normalen“ Variante findet man Franzbrötchen mit Rosinen oder Schokolade, Fruchtmus, Pudding, Nüssen oder auch herzhaft mit Speck und Käse. Es gibt sogar Bäckerei-Ketten, mit nichts als Franzbrötchen im Sortiment.

Viele Hamburger können Geschichten darüber erzählen, wie sie in einer anderen Stadt am frühen Morgen müde feststellen mussten, wie regional Franzbrötchen wirklich sind.
Ja, äh, so Franzbrötchen eben! Haben Sie die nicht?
Nein, FRANZbrötchen. Mit Zimt. Und Zucker.
Das sind doch Zimtrollen, ich meine Franzbrötchen! So platte.
Ich weiß, was Crêpes sind. Und das hat nichts mit Franzbrötchen zu tun.
Sie haben da noch nie von gehört? Oh. Schade. Dann bitte eine Laugenstange.

Wer das Pech hat außerhalb des kleinen Franzbrötchen-Verbreitungsraumes zu wohnen, der ist auf Care-Pakete angewiesen. Oder die eigenen Backkünste. Denn genau dafür habe ich ein Rezept mitgebracht.

Hamburger Franzbrötchen

 

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Zutaten

500g Mehl
1 Würfel Hefe
250 ml Milch
40g + 150g Zucker
60g + 180g Butter
3 EL Zimt
1 Prise Salz

 

Zubereitung

1. Aus Mehl, Hefe, Milch, Salz, 40g Zucker und 60g weicher Butter einen Teig bereiten. Ich löse dazu die Hefe in der erwärmten Milch, gebe das in eine Mulde im Mehl und streue die anderen Zutaten darum herum. Dann warte ich einige Minuten, bis die Hefe schön Fahrt aufnimmt und knete alles mit den Händen zusammen.

Nein, das ist vielleicht schön traditionell, aber kein Muss. Die Küchenmaschine tut es in diesem Fall sicherlich auch. Den Teig für 45 Minuten gehen lassen.

 

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2. Den Teig rechteckig ausrollen, etwas größer als ein Backblech. Die eine Hälfte mit dünnen, kalten Butterscheiben auslegen. Das meiste des Teiges sollte davon bedeckt sein.

Dann die freie Hälfte über die Butter klappen und die Ränder zusammendrücken.

3. Den Teig wieder ausrollen, zur gleichen Größe wie zuvor. Also etwas größer als ein Backblech. Dann von der Seite her ein Drittel der Breite über das zweite Drittel falten. Den freie Rest darüber legen. In Folie 20 Minuten in den Kühlschrank legen.

4. Den Backofen auf 200° stellen. Den Teig wieder wie zuvor ausrollen. Zucker und Zimt mischen, gleichmäßig über die gesamte Teigfläche streuen.

5. Den Teig von der längeren Seite vorsichtig aufrollen.

 

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6. Die Rolle in Stücke von 4 bis 5 cm schneiden. Von oben für die typische Franzbrötchen-Form mit einem Löffel tief eindrücken, sodass die Seiten herausquellen. Von oben platt drücken.

7. Etwa 20 Minuten backen. Schmecken warm oder kalt.

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